Harztor übernimmt Trägerschaft für Kindertagesstätten

Allgemein, Harztor, Ilfeld, Niedersachswerfen - 28.02.2019

Die Gemeinde Harztor wird die Kindertagesstätten in Ilfeld, Niedersachswerfen und Neustadt in Zukunft in Eigenregie betreiben. Mehrheitlich hat das der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. Februar beschlossen. Der Trägerwechsel soll zum Start des neuen Kitajahres am 01. August in Kraft treten.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden übernommen, die Dienstjahre anerkannt. Die drei Kindertagesstätten waren bisher in der Trägerschaft der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Gemeinde Harztor wird dann insgesamt vier Kindertagesstätten betreiben: in Neustadt, Niedersachswerfen, Ilfeld und Herrmannsacker. Letztere ist bereits in kommunaler Hand.

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und das Für und Wider ausgiebig diskutiert“, sagte Harztor-Bürgermeister Stephan Klante.

In den vergangenen Monaten war eine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten, Verwaltungsmitarbeitern, den Elternbeiratsvorsitzenden und deren Stellvertretern gegründet worden, die das Interessenbekundungsverfahren begleitet haben. Neun Träger wurden damals angeschrieben, fünf gaben bis 31. Dezember vergangenen Jahres ihre Unterlagen ab. Am 17. Januar wertete die Arbeitsgruppe die Unterlagen abschließend aus. Eine Vergleichsrechnung der Personalkosten zwischen der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Gemeinde als Träger zeigte, dass es keinen erheblichen Unterschied gibt, heißt es in der Beschlussfassung. 

Katharina Höhne, Regionalvorstand bei der Johanniter-Unfallhilfe, warb in der Sitzung noch einmal dafür, den Träger nicht zu wechseln. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde verlief nicht immer optimal, wurde aber in den letzten Monaten deutlich verbessert“, sagte Höhne. Die Johanniter konnten die Wünsche der Gemeinde umsetzen: Die Verträge wurden angepasst. Der Träger habe nach Jahren erstmals die Haushaltspläne fristgerecht bei der Gemeinde eingereicht, Serviceleistungen reduziert und so Kosten eingespart. Auch das Betriebserlaubnisverfahren für die Kindertagesstätte in Ilfeld habe man komplett durchlaufen, die Villa wieder in Betrieb genommen. Zudem habe sich der Träger deutlich dazu positioniert, dass er die Projektierung und Finanzierung für zusätzliche Kindergartenplätze übernehmen wolle.

Harztor-Bürgermeister Stephan Klante lobte die Arbeit von Höhne, die erst seit Sommer vergangenen Jahres dieses Amt bekleidet:  „Sie haben richtig Gas gegeben“. Er gab aber auch zu bedenken, dass die  Gemeinde keinen Einfluss auf Strukturänderungen bei dem Träger habe, was in der Vergangenheit häufiger der Fall gewesen sei.

Neustadts Bürgermeister Dirk Erfurt wie auch Andreas Schmidt sprachen sich dafür aus, die drei Kindertagesstätten in der Hand der Johanniter zu belassen. „Die finanzielle Belastung für Harztor ist aktuell noch nicht zu überblicken“, sagte Erfurt.

Schmidt meinte, die Johanniter hätten gute Arbeit geleistet. Es gäbe deshalb keinen Grund, das zu  ändern. „Wir sind uns unserer Verantwortung bei einer Trägerschaft durchaus bewusst“, meinte hingegen Gemeinderatsmitglied Hans-Jürgen Bednarzik.

Anne Dumjahn sagte, sie habe lange gezweifelt, sei aber mittlerweile überzeugt, dass die kommunale Trägerschaft Vorteile habe. Es gebe beispielsweise keinen Dritten mehr, Entscheidungen könnten jetzt auf kurzem Wege passieren.

Mit 15 Ja- und vier Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung entschied der Gemeinderat schlussendlich, die drei Kindertagesstätten kommunal zu betreiben.

So geht es jetzt weiter:

Die Gemeinde wird die drei Kindertagesstätten zum Beginn des neuen Kitajahres ab 01. August in ihre Trägerschaft übernehmen. In der Zwischenzeit soll Einvernehmen mit der Johanniter-Unfall-Hilfe geschaffen und eine geordnete Übernahme vorbereitet werden. Das Personal wird zum Wechseltermin in den öffentlichen Dienst der Gemeinde übernommen. „Es ist unser Herzenswunsch, dass alle Mitarbeiter auch unter unserer Trägerschaft arbeiten wollen und uns erhalten bleiben“, betonte Klante.  

Das technische Personal, das von der Johanniter-Unfall-Hilfe in die Firma „Jodisat“ ausgegliedert wurde, könnte auch in der Gemeinde eine neue Zukunft haben, sofern es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten.

Die Gemeinde wird eine neue Stelle und damit einen direkten Ansprechpartner für die Kindertagestätten schaffen.

Computertechnik und Software werden angeschafft, so dass die Kinderdaten zentral erfasst werden können und sowohl in den Kindergärten als auch in der Verwaltung abrufbar sind.

Die Fachberatung und Weiterbildungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll über das Jugendamt des Landratsamtes realisiert werden. Die Johanniter hatten diesen Vertrag gekündigt, die Gemeinde will diesen wieder erneuern. Weiterbildungen sollen zukünftig individueller und freier von den Erzieherinnen und Erziehern gestaltet werden können.

Für die Eltern ändert sich aus formeller Sicht nichts: Die Eltern- und Essensbeiträge bleiben gleich.

 

 

    


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