Direkt an der Bundestraße 4, mitten im Ort, befindet sich in Niedersachswerfen das Riesenhaupt. Es handelt sich hierbei um einen künstlich aufgeschütteten ovalen Erdhügel: 26 mal 38 Meter in der Ausdehnung und bis zu vier Meter hoch. Noch im Spätmittelalter diente der Hügel als Gerichtsplatz. Ursprünglich soll sich auf der Anhöhe ein steinerner Wehrturm befunden haben. Heute stehen hier Bäume und das Riesenhaupt ist ein geschütztes Bodendenkmal.

Laut einer Sage soll der Hügel auf einen Riesen zurückgehen. Auf seinem Weg in Richtung Norden drückte ihm etwas in seinem Schuh und er suchte einen Platz zum Ausruhen. Er setzte sich auf den Kohnstein und zog sich mühsam einen Stiefel vom Fuß. Da bemerkte er eine große Blase. Der Riese schüttelte seinen Stiefel und heraus fiel ein Sandkorn, das er wohl von der Adria mitgebracht haben musste. Als er den Stiefel wieder am Fuß hatte, trank er einen großen Schluck aus der Bere, die danach lange kein Wasser führte.

Wer aus Richtung Süden oder Osten mit dem Auto nach Niedersachswerfen reist, der sieht die weiße Abbauwand am Kohnstein schon von weitem. Die terrassenartige Steilwand ist heute eine weithin sichtbare Landmarke und wurde durch den Gipsabbau geformt. Die natürliche Steilstufe des Berges  hat die Menschen seit jeher beeindruckt. Das Kohnsteinmassiv besteht aus bis zu 400 Meter mächtigem Anhydrit, umgeben von einer Gipsschicht und oben abgeschlossen mit einer Dolomitschicht.

Bereits im 14. Jahrhundert soll es Kalkköstereien am Kohnstein gegeben haben. Ab 1870 entwickelte sich an dem Standort dann eine Gipsindustrie, die bis in die Gegenwart reicht. Mit der Synthese von Ammoniak erlangte der Industriestandort Niedersachswerfen im 20. Jahrhundert überregionale Bedeutung. Ab 1917 ließ hier die Badische Anilin & Soda-Fabrik (BASF) für das Ammoniakwerk Merseburg in großem Stil Sulfatgestein abbauen. Dann begann der erste Weltkrieg, Ammoniak wurde verstärkt nachgefragt, es wurde zur Herstellung von Sprengstoff benötigt. 1925 wurde das Werk am Kohnstein ein Tochterunternehmen der I.G. Farben.

Heute baut die Kohnstein Bergwerks GmbH an dem Berg noch Anhydrit ab. Der Großteil des gebrochenen Gesteins aus Niedersachswerfen wird heute für die Fließestrichproduktion genutzt.

 

Die dunkle Geschichte des weißen Berges

Bis 1935 wurden etwa 35 Millionen Tonnen Anhydrit gebrochen, teilweise  geschah das auch im Tagebau. Damit nahm die Geschichte der Entstehung eines umfangreichen, künstlichen Hohlraumsystems ihren Anfang und damit auch das dunkelste Kapitel der Kohnsteingeschichte.

Im Auftrag des Kriegswirtschaftsamtes  entstand unter der Naziherrschaft im Kohnstein ein gewaltiges Tunnel- und Stollensystem mit einer Länge von 1800 Metern. Die unterirdischen, bombensicheren Räume sollten zur strategischen Lagerung von Rohstoffreserven wie Öl und Treibstoff dienen. 1937 wurde zwar der erste Teilabschnitt in Betrieb genommen, ganz fertiggestellt wurde das Wehrmacht-Treibstofflager jedoch nie. Nachdem dem es nach Kriegsbeginn regelmäßig Luftangriffe auf die Raketenfertigung in Peenemünde gab, entschied das nationalsozialistische Regime, die V-Waffen-Produktion untertage zu verlegen. Auf der Suche danach fiel die Wahl auf Niedersachswerfen.

Hitlers Befehl, den Kohnstein als „Geheimprojekt Mittelbau“ zur V-Waffen-Fabrik umzurüsten, wurde  konsequent umgesetzt. Im August  1943 wurde deshalb im Kohnstein so schnell wie möglich ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald eingerichtet. Es erhielt den Namen  Dora. Tag und Nacht mussten hier Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen für die Kriegswaffenproduktion schuften. Viele Häftlinge starben schon nach wenigen Wochen; von insgesamt 60 000 Menschen, die hier am Konstein inhaftiert waren, verloren 20 000 ihr Leben.

Die Gedenkstätte Mittelbau-Dora erinnert an diese grauenvolle Zeit. Neben einer Dauerausstellung gibt es auch Führungen im Lagergelände und in den Stollenanlagen.

Nähere Details zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora: www.dora.de

Eines der Wahrzeichen der Gemeinde Ilfeld ist zweifelsohne der Poppenbergturm, welcher auf dem etwa 600 Meter hohen Poppenberg einen phantastischen Rundblick über das Südharzer Land garantiert. Bei guter Fernsicht reicht der Blick von Weimar über den Thüringer Wald bis hin nach Kassel.

Durch die Initiative des Harzklubzweigvereins Nordhausen gelang es im Jahre 1894 dank der Spendenfreudigkeit vieler Naturfreunde, die erforderlichen Geldmittel zum Bau des Turmes aufzubringen. Auf massiven Grundmauern wurde der Poppenbergturm als Stahlgitterkonstruktion von der Nordhäuser Maschinenfabrik Schmidt, Kranz & Co. errichtet. Dazu verbaute man 530 Zentner Eisenteile an dem etwa 33,5 Meter hohen Poppenbergturm.

Am 12. Juli 1894 wurde der neuerbaute Poppenbergturm feierlich eingeweiht. Jahrzehnte lang war der Trum ein gern besuchtes Ausflugsziel, aber im Jahre 1955 musste das markante Wahrzeichen aufgrund starker Korrisionsschäden gesperrt werden. Nach umfangreichen Reparaturarbeiten wurde der Turm wieder freigegeben. Eine erneute Sperrung wurde in den 80er Jahren nötig, da wiederum Mängel festgestellt wurden. Durch großzügige Spenden vom Landkreis Nordhausen sowie privaten Personen konnte das weithin sichtbare Ausflugsziel im Oktober 1992 wieder seiner Bestimmung übergeben werden.

Auf dem Herzberggipfel nordöstlich von Ilfeld steht in 490 m Höhe seit über 100 Jahren die Wetterfahne, ein Wahrzeichen Ilfelds. Sie zeigt den Ilfeldern und seinen Gästen an, aus welcher Himmelsrichtung der Wind weht.

Die Wetterfahne ist über mehrere Wanderwege zu erreichen. Nach dem Aufstieg hat man einen fantastischen Blick auf Ilfeld und es bietet sich ein rundum schöner Ausblick auf Äcker und Wiesen sowie die Laub- und Mischwälder des Südharzes.

Nach heutigen Erkenntnissen wurde die erste Wetterfahne nach dem Krieg 1870/71 auf Anregung der Fleckensbewohner als hölzernes Monument auf dem Herzberg errichtet. Aufgrund der Witterungsverhältnisse musste die Wetterfahne im letzten Jahrhundert mehrmals erneuert werden.

Die heutige Fahne stammt aus dem Jahr 1974 und wurde in den neunziger Jahren restauriert. Auf ihr ist das Entstehungsjahr 1872 eingeprägt. 1912 erhielt sie an der Kehrseite einen langen Pfeil, um vom Tal her deutlich die Windrichtung ablesen zu können.

Am Rande des Ortsteils Wiegersdorf befindet sich der Ilgenborn, der jeden Tag bis zu 14.000 Liter Wasser zutage fördert.

Die Geschichte des Ilgenborns geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Früher speiste dieser Born die Bewohner der Umgebung mit seinem sprudelnden Nass. Selbst bei trockenen Jahreszeiten versiegt der Quell nie. Wegen seiner hervorragenden Qualität holen sich auch heute viele Ilfelder ihr Trinkwasser von dieser Quelle.

Fast wäre das uralte Naturdenkmal in Vergessenheit geraten, aber 1938 wurde der Ilgenborn von einigen Naturfreunden aufwendig saniert und das Umfeld neu gestaltet.

An beiden Seiten laden Ruhebänke mit steinernen Untergestellen zum Rasten ein. Inmitten dieser schönen Grottenanlage plätschert das Wasser aus einem unterirdisch angebrochenen Wasserlauf. In unmittelbarer Nähe stehen Holzbänke und Tische, die zum Verweilen einladen und von denen man einen wunderschönen Blick auf das Umland genießen kann.

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